Das perfekte Rad für‘s Kind

Freizeit
©günter_mayer

Was beim Kauf von Kinderfahrrädern zu beachten ist

Gleich vorweg – das perfekte Rad für‘s Kind gibt es fast nicht. Genau wie der Nachwuchs  dazu neigt, von heute auf morgen plötzlich nicht mehr in die Schuhe oder  T-Shirts zu passen, verhält es sich beim Kinderfahrrad:  Es passt nur für eine kurze Zeit, ansonsten ist es meist zu groß oder schon wieder zu klein. Trotzdem sollte man gerade bei Kinderfahrrädern aufpassen, dass man sie nicht viel zu groß kauft, nur damit sie länger halten. Und wenn ein Kinderrad zu klein geworden ist, muss ein neues her. Ansonsten ist es entweder ein Sicherheitsrisiko für die jungen Radler oder aber schadet ihrer körperlichen Entwicklung und Haltung. Gleiches gilt für den schützenden Helm: Der sollte leicht und gut durchlüftet sein sowie eine gute Passform aufweisen. Designs gibt es ja genug verschiedene zur Auswahl.

Allein zum „Rumschrubben“ für den Nachwuchs eignet sich das gute alte BMX: Damit fährt man sowieso nur im Stehen, es gibt keine Gangschaltung, und es hält viel aus. Verschiedene Größen gibt es davon auch nicht. Für eine familiäre Fahrradtour in den Frühling ist es damit natürlich nicht geeignet.  Worauf ist also beim Kauf von Kinderfahrrädern zu achten?

Vom Gewicht her sollte das Fahrrad nicht zu schwer sein. Eltern mag ein Kinderrad oft leicht erscheinen, aber man muss das Gewicht des Rades in Bezug zum Körpergewicht des Kindes sehen. Wenn ein Fahrrad mit 15 kg schon fast so viel wiegt wie das Kind selbst, kann das im täglichen Umgang sehr anstrengend werden – wir Erwachsenen fahren ja auch nicht mit einem 70 kg schweren Fahrrad herum.

Beim Lenker und Rahmen ist darauf zu achten, dass das Kind problemlos lenken kann und  beim Einschlagen keine Schwierigkeiten bekommt, weil die Arme vielleicht noch zu kurz für die Fahrradgröße sind. Sonst sind Stürze vorprogrammiert. Der Lenker sollte bei Kindern  etwas höher als der Sattel sein, um durch die Körperhaltung die Übersicht für das Kind zu verbessern. Beim Rahmen muss man aufpassen, dass die Kleinen beim schnellen Absteigen nicht ungewollt mit dem Unterleib auf die Stange zwischen Sattel und Lenker aufschlagen. Tatsächlich sollte die Sitzhöhe so eingestellt sein, dass das fast gestreckte Bein auf dem Pedal steht. Beim Anhalten muss man dann also runter vom Sattel. Sitzend gerade noch mit den Fußspitzen den Boden zu erreichen ist zwar noch akzeptabel und gibt den Kindern gerade am Anfang etwas mehr Sicherheit, sollte aber nicht der Dauerzustand sein: Ist der Sitz nämlich zu niedrig, belastet das langfristig sehr stark die Knie.

Bei den Bremsen müssen Eltern sich entscheiden: Rücktrittsbremsen sind zwar bei Kinderfahrrädern weit verbreitet, bei Fahrrädern für Teens aber auf dem Rückzug. Da die Hand zudem schneller bremsen kann als die Beine beim Rücktritt, ist zu empfehlen, sich doch von Anfang an für ein Fahrrad mit Handbremsen zu entscheiden. Damit sind wir beim Thema ‚Gangschaltung‘: Diese ist erst für Kinder ab circa sechs Jahren sinnvoll, da jüngere Radanfänger damit in der Regel nicht zurecht kommen.  In der Folge eignet sich eine Nabenschaltung besser als die Kettenschaltung, weil sie nicht so kompliziert zu bedienen ist.

Lichter, Reflektoren, Schutzblech und Ständer sind übrigens für Kinder bis zu acht Jahren weniger wichtig, auch wenn viele Eltern das anders sehen mögen. Bis zum Alter von acht Jahren müssen Kinder ohnehin auf dem Gehweg fahren. Deshalb sind ihre Fahrräder eher Spielräder und müssen noch gar nicht verkehrssicher sein. Wichtig ist immer genug Luft in den Reifen, und schon kann der Nachwuchs locker drauf los strampeln.

Grundsätzlich ist zu empfehlen, das Kind vor dem Kauf auf dem ausgewählten Fahrrad Probe fahren zu lassen. Das ist im Fahrradhandel ohne Probleme möglich und das Kind wird sofort sagen, falls es mit dem Fahrrad nicht zurechtkommt – da ist der Nachwuchs ja bewundernswert ehrlich. Zuletzt noch zum Thema Kosten: Viele Eltern mögen die recht hohen Preise bei den Kinderfahrrädern abschrecken. Doch hier sei angemerkt, dass es 1. gute Marken-Fahrräder auch gebraucht zu kaufen gibt und 2. höherwertige Fahrräder dann eben auch beim Wiederverkauf einen guten Preis bringen.

Foto: © Günter Mayer / Bambolino

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