Verlässlich Vater sein trotz Trennung und Scheidung

Familienleben
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Verlässlich Vater sein trotz Trennung und Scheidung

Ideen und Ansätze von Lebensberater Dr. Martin Weiß wie Väter diese schwierige Situation gestalten können

Die Trennung eines Paares mit gemeinsamen Kindern bringt für alle Beteiligten vielfältige emotionale und organisatorische Belastungen mit sich. Alle vertrauten Routinen und Rollen im Familiengefüge sind im Umbruch und müssen neu justiert werden. Da Väter für Kinder wichtige Bezugspersonen für ihre Persönlichkeitsentwicklung sind, ist es bedeutsam, dass der Kontakt zwischen Vater und Kindern aufrecht erhalten bleibt. Väter stehen dabei vor der Herausforderung, ihre Vaterrolle unter den veränderten Rahmenbedingungen neu zu gestalten.

1. Verlässliche Vaterschaft ist immer individuell. Das Wohl der Kinder steht dabei im Mittelpunkt

Für verlässliche Vaterschaft in getrenntlebenden Familien gibt es kein Patentrezept. Hierbei spielen viele Variablen eine Rolle. Die eigene Motivation und Kompetenz im Umgang mit Kindern, die räumliche Entfernung zu den Kindern, die Konfliktintensität mit der ehemaligen Partnerin, die beruflichen und finanziellen Möglichkeiten sind nur einige davon. Zentraler Maßstab sollte dabei immer das Wohl der Kinder sein. Sobald der Partnerkonflikt und die damit verbunden Kränkungen zu einem Elternkonflikt werden, in dem die Kinder im schlimmsten Fall als Manövriermasse im Scheidungskrieg fungieren, ist eine verantwortungsbewusste und verlässliche Vaterschaft schwer zu leben. Vater und Mutter haben dabei gleichermaßen die Verantwortung für eine konstruktive Konfliktaustragung und für eine gute Gestaltung der gemeinsamen Sorge für die Kinder.

2. Verlässliche Vaterschaft braucht die Kooperation beider Elternteile

Zum Glück vieler Kinder gelingt diese Elternkooperation in vielen Fällen ganz gut. So erzielen ca. 80% der geschiedenen Paare eine einvernehmliche Lösung in der Frage zum weiteren Aufenthalt der Kinder. Die Wahl des jeweiligen Models sollte dabei so gut wie möglich zur jeweiligen Situation aller Beteiligten passen. Auch dabei stehen die Bedürfnisse der Kinder im Mittelpunkt. Väter sollten in diesem Aushandlungsprozess mit Selbstbewusstsein ihre väterliche Mitverantwortung und ihre Beziehungs- und Erziehungsinteressen vertreten. Für die Mütter heißt dies im Umkehrschluss, dem Vater zuzutrauen, dass er gut für die Kinder sorgen will und kann sowie die eigene mütterliche Machtstellung als „Gate-Keeperin“ in der Begegnung zwischen Vater und Kindern nicht zu missbrauchen.

3. Verlässliche Vaterschaft bedeutet „bewusste Vaterschaft“

Jeder Vater steht hier vor der Herausforderung für sich zu klären, wie er in Zukunft sein Vater-Sein gestalten will. Welche Beziehung will ich zu meinen Kindern? Welche Beziehung brauchen meine Kinder zu mir? Welche Ziele habe ich für mein eigenes Vatersein in Zukunft? Bei der Klärung dieser Fragen ist es wichtig, realistisch und ehrlich zu sich und anderen zu sein und nur das zu versprechen, was man sicher auch einhalten kann, denn nichts verletzt Kinder mehr als enttäuschte Erwartungen und Unzuverlässigkeit. Auch hier gilt: Die Quantität der miteinander verbrachten Zeit ist nicht so wichtig wie die Qualität. Nicht jeder Vater muss sich deshalb die Erziehungszeit zu gleichen Teilen mit der Mutter teilen. Auch „Wochenendväter“ können für Ihre Kinder sehr wichtige Bindungspersonen bleiben.

4. Verlässliche Vaterschaft bedeutet „aktive Vaterschaft“

Grundlegend wichtig ist, dass der Vater trotz aller Trennungsprobleme im Kontakt mit dem Kind bleibt. Dabei ist Zuverlässigkeit bei der Einhaltung von Absprachen mit den Kindern und mit der Mutter von großer Bedeutung. Kinder erfahren ihren Vater auch dann als wichtigen Rückhalt, wenn er in Krisensituationen wirklich für sie da ist und sich Zeit für sie nimmt. Ebenso bedeutsam ist es, dass der Vater kontinuierlich am Leben der Kinder Anteil nimmt durch Telefonate und gemeinsam verbrachte Zeit. Dabei kommt es nicht darauf an, dass die Spaß- und Erlebnisqualität der gemeinsamen Zeit immer besonders hoch sein muss. Vielmehr ist wichtig, wie viel väterliche Nähe und Unterstützung dabei erfahren werden kann. Dies kann auch im geteilten Alltag entstehen, beim Vorbereiten eines Referats, beim gemütlichen Frühstück am Sonntag oder beim Besuch des kranken Kindes. Kinder erleben ihren Vater als verlässlich, wenn sie das Gefühl haben, dass sie trotz der Scheidung einen wichtigen Platz in seinem Leben einnehmen.

Den vollständigen Vortrag „Verlässlich Vater sein trotz Trennung und Scheidung“ hält Dr. Martin Weiß im Rahmen des Bamberger Väterprogramms am Dienstag, 6. Februar, um 19 Uhr, im BIGG e.V., in der Ottostraße 21, in 96047 Bamberg. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen:

Dr. Martin Weiß, Lebensberatung – Coaching – Organisationsberatung, Kleberstraße 25, 96047 Bamberg, Tel. 0951-9163142, info@martinweiss-coaching.de

www.martinweiss-coaching.de

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