Wenn das Abenteuer ‚Schule‘ endlich beginnt…

Schule & Entwicklung
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Wenn das Abenteuer ‚Schule‘ endlich beginnt…

Wie Eltern ihre Kinder liebevoll in den Lernalltag begleiten können

Den Tag des Schulanfangs feiern Familien mit vielerlei Besonderheiten, wie einer liebevoll gestalteten Schultüte, gemeinsamen Festessengehen, Besuch von auswärtigen Familienmitgliedern und vielen anderen Höhepunkten. Die Freude auf das Leben als Schulkind überwiegt wohl bei allen Erstklässlern den Bammel vor diesem wichtigen Neuanfang. Diesen Stolz, jetzt ein Schulkind zu sein und die Freude am Lernen möglichst lange zu erhalten, liegt nicht nur in den Händen der Lehrkräfte. Auch Eltern können den schulischen Weg ihrer Kinder positiv unterstützen und begleiten.

Die größte Umstellung vom Kindergarten auf die Schule ist wohl der neue Zeitablauf für den Familien-Morgen: Auf einmal ist Schluss mit der lässigen Haltung „Mal gucken, ob wir es bis neun Uhr pünktlich schaffen“ und striktes Timing angesagt. Diesen Kraftakt bewältigen Eltern wie Kinder am besten ausgeschlafen: Untersuchungen zufolge haben sechs- bis siebenjährige Schulanfänger ein Schlafbedürfnis von 9,5 bis knapp über 11 Stunden. Spätestens jetzt sollten Eltern feste Zubettgeh-Zeiten und ein ruhiges Ausklingen des Tages einführen, damit ihr Schulkind morgens um 7 Uhr auch ausgeschlafen ist. Ein sinnvolles Ritual ist z.B., vor dem Schlafengehen die Schul- und vielleicht auch Anzieh-Sachen für den nächsten Tag bereit zulegen – damit wird morgendliche Hektik vermieden.

Verplante Zeit

Nicht nur morgens, sondern die Einteilung des ganzen Tages erleben Schulkinder jetzt als ziemlich verplant. Plötzlich gibt es einen Arbeitsrhythmus mit Stundenplan mit festen Pausen und auch daheim oder im Hort teilt sich der Nachmittag in „Arbeitszeit“ für die Hausaufgaben oder „Freizeit“ zum Spielen. Kinder und Eltern müssen sich darauf einstellen und lernen, diese Pläne einzuhalten. Gerade bei den Hausaufgaben ist die Aufmerksamkeit der Eltern gefragt: Gemeinsam mit dem Kind ausprobieren, wann der günstigste Zeitpunkt dafür ist – dieser sollte jeden Tag gleich sein. An sich sind Schulanfänger mit vier Stunden intensiver Unterrichtsarbeit am Vormittag ausgelastet – die Hausaufgaben sind lediglich zum Üben und Vertiefen des Erlernten gedacht und sollten daher von den Kindern auch selbstständig bearbeitet werden können. Eltern können Denkanstöße oder kurze Hinweise geben, sind aber keine „Hilfslehrkräfte“.

Lernen & durchhalten

Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo, das man ihm lassen sollte. Gerade zu Beginn brauchen die Schulkinder Vertrauen und Zuwendung, die keinesfalls von Lernfortschritten abhängen dürfen. Lieber die Erwartungen an schulische Leistungen zurückschrauben und das Kind gerade beim Schulanfang durch Ermutigung zu unterstützen, um auch jene Aufgaben durchzuhalten und abzuschließen, zu denen es gerade keine Lust hat. Aufrichtiges Lob gibt Schulanfängern wichtigen Antrieb und stärkt nicht nur ihr Selbstbewusstsein, sondern auch den Leistungswillen. Kinder brauchen die Erfahrung, dass – wie beim Puzzeln oder Basteln – zum erfolgreichen Lernen Anstrengung und Mühe gehören, aber auch die Freude darüber, etwas selbst geschafft zu haben.

Lesen & Schreiben

Eltern unterstützen die neugewonnenen Schreib- und Lese-Kenntnisse ihres Kindes am effektivsten, wenn sie sich für seine spontanen Fragen und Erzählungen interessieren und ihm – am besten beiläufig – Möglichkeiten zeigen, das Gelernte im Alltag immer wieder anzuwenden, z.B. auf Etiketten, Büchern oder Schildern. Das kann aber auch das gemeinsame Schreiben des Einkaufszettels sein („Was muss ich noch aufschreiben, damit wir beim Einkaufen daran denken?“) und im Supermarkt das Suchen nach bestimmten Waren („Da steht ‚Zucker’ drauf, auf welcher Packung steht denn ’Mehl’?“). Regelmäßiges Vorlesen aus geliebten Büchern oder auch Magazinen ist eine schöne und wichtige Unterstützung. Indem Eltern beim Vorlesen den Finger von Wort zu Wort „mitlaufen“ lassen und die Sprechpausen hervorheben, bekommen Kinder ein Gefühl für das Zusammengehören von Sprech- und Schrifteinheiten. Es macht auch Spaß, gemeinsam über spannende Fotos in der Zeitung zu diskutieren und den zugehörigen Text zusammen zu lesen.

Kerstin Bönisch

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