Ein knuspriges Jahr voller SamsTage! Bambergs frechstes Kind gibt es jetzt in Backform als Souvenir

Stadtleben
Das Sams serviert frisch gebackene Samskekse - Foto: Thomas Pregl

Ja, ist denn schon Weihnachten? Nein, es ist SamsTag. Und auch an dem hat man beim berühmtesten Etwas der Domstadt, dem Sams mit seinem roten Haarschopf und seiner Rüsselnase, dank seiner Wunschpunkte immer mindestens einen Wunsch frei. So riecht es mitten im Sommer in der Bamberger Gartenstadt wunderbar nach Plätzchen. Doch nicht nach irgendwelchen x-beliebigen, sondern nach ganz speziellen: Nach Buch, Spielfilm und Theaterstücken gibt es die freche Buchfigur nun auch zum Anknabbern. Möglich wird dies durch ein Backförmchen, das den Kinderliebling und Erwachsenschreck zum vieltausendfachen Knusperbotschafter Bamberg machen soll.

Mehl, Zucker, Butter, Backpulver, darüber ein Pinselstrich Eigelb, Lebensmittelfarbe und Zuckerperlen – Magda (8), Fritz (9) und Fine (5) produzieren im Backofen bei 175 Grad Ober- und Unterhitze die ersten für die Öffentlichkeit bestimmten Knusper-Prototypen in der langen und aufregenden Geschichte des Sams. Beim Aufkleben der Wunschpunkte auf das bäuchlings liegende Sams werden auch schnell die Wünsche der kleinen Teigvirtuosen klar: „Urlaub auf Sardinen“ und einen „Spiderman oder ein Dino zum Spielen“. Tine verknüpft mit dem Wunschpunkt ein ganz besonderes Anliegen: „Mama und Papa sollen nicht mehr arbeiten, aber trotzdem viel Geld bekommen!“
Bei Sams-Erfinder Paul Maar war der Wunsch Vater des Gedankens: In einer kleinen Kaffeerunde entstand der Plan, vom Sams einen Teigausstecher zu anzufertigen. Paul Maar folgt auch hier seiner Maxime, sich nicht Merchandising-Artikel zu bereichern.
Darum geht von jeden Sams-Ausstecher ein Betrag an das „Erich Kästner Kinderdorf e.V.“, das im fränkischen Raum sieben Wohngruppen und eine Schule für traumatisierte Mädchen und Jungen betreibt. Werner Kinkel, Vater der Schriftstellerin Tanja Kinkel, hält über deren Verein „Brot und Bücher“ Kontakt zu der Einrichtung: „Im Erich Kästner Kinderdorf leben 46 traumatisierte Kinder, die zum Teil von drogen- und alkoholabhängigen Eltern zum Einkaufen ohne Geld geschickt oder schwer sexuell missbraucht wurden.“
Die kecken Keksaustecher aus deutscher Herstellung gibt es für 4,90 Euro pro Stück exklusiv beim „Bamberg Tourismus & Kongress Service“ (TKS) im alten Stadtbad. Auch bei Touristenführer/innen soll das vorlaute und reimende Etwas erhältlich sein. „Ein Erinnerungsstück für Einheimische und Gäste, das wirklich zu gebrauchen ist“, kommentiert Tourismusdirektor Michael Heger.

Ein bamberg-typisches Präsent
Keksausstecher „Das Sams“

Es scheint gut möglich, dass das nach zehn Minuten Ofenbräunen fertige Gebäcksams den anderen Bamberger Heroen wie der Kundigunde und Heinrich, dem oft eher unbekannten Domreiter und sogar der ewig maulenden Humsera locker die Schau stehlen wird. „Jeder Bamberger Haushalt und jeder Tourist braucht doch etwas, was für Bamberg typisch ist – ein Rauchbier für die Älteren und ein Sams für die Kleineren“, meint Lena Helldörfer schmunzelnd, die ihre Küche für den „Backwahn“ der kleinen Sams-Jünger zur Verfügung gestellt hat.
In den bisherigen zehn Büchern der Reihe outet sich das Sams kulinarisch als Allerfresser – nichts ist zum Entsetzen seines „Papas“ Herr Taschenbier vor seinem Hunger sicher: Stuhlbeine, Fenstergriffe, Stoffe und vor allem Würste mit viel Senf (dafür aber ohne Brot) verschlingt es in Massen. Beißt denn nun das Sams auch hier in sein knuspriges Ebenbild aus Teig, das die Kleinen fabriziert haben? Mit erwartungsvollen Augen schauen Magda, Fritz und Fine auf das Wesen von einem anderen Gastronomie-Stern. Das Sams posiert noch ein wenig vor der Pressemeute, watschelt die Stufen mit seinen Schwimmflossen auf und ab, dann macht es plötzlich knack – und ein Stück Sams verschwindet im Rachen des Sams. Auch ohne Senf. Dafür aber mit viel Puderzucker.

Thomas Pregl

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