Auch Familienmagazine in schwieriger Lage: Offener Brief an die Minister Altmaier und Scholz

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Offener Brief
Sehr geehrter Herr Minister Peter Altmaier, sehr geehrter Herr Minister Olaf Scholz,

wir wenden uns als Verlagsverbund für 30 Familienstadtmagazine aus ganz Deutschland mit diesem offenen Brief an Sie, da unsere wirtschaftliche Lage in Folge der Covid19-Pandemie dramatisch ist.

Wir appellieren an Sie auch unsere, von den aktuellen Lockdown-Bestimmungen direkt betroffenen Unternehmen im Rahmen der November-Nothilfen finanziell zu unterstützen.

Unsere kostenlosen Magazine bilden seit Jahrzehnten in Deutschland einen wichtigen Teil der Presselandschaft. In ihrer Vielfältigkeit und ihrer regionalen Vernetzung erfüllen diese Magazine eine überaus wichtige Aufgabe:

Unsere Familienmagazine, als besonderes Format der klassischen Stadtmagazine, informieren monatlich mit einer Gesamtauflage von über 800.000 Exemplaren Eltern über Themen, die für Mütter und Väter informativ und hilfreich sind. Die umfangreichen Terminkalender geben den Familien einen willkommenen Überblick über die Angebote der regionalen Kulturszene und helfen dieser, ihre kulturellen Angebote publik zu machen.

Wir kommunizieren die Angebote der Kulturschaffenden der Region und geben allen Dienstleistern, die sich mit ihren Angeboten an Familien wenden, die Gelegenheit, diese Angebote vorzustellen und zu bewerben. Gerade für die kleinen Dienstleister, die sich mit knappen Budgets keine Werbung in großen Tageszeitungen leisten können, bieten wir eine wichtige Plattform, um auf sich aufmerksam zu machen.

Nicht zuletzt veröffentlichen wir seit Jahren unermüdlich und täglich über unsere Websites und Social-Media-Kanäle Meldungen von besonderer Relevanz für Familien und aktuell besonders die zahlreichen Informationen und Hinweise in Sachen Corona.

Fast alle unsere Magazine finanzieren sich ausschließlich über Werbung. Da es als Folge der Corona-Pandemie aber kaum noch Veranstaltungen gibt und den Kultur- schaffenden das Budget für Werbung nun komplett fehlt, bricht unsere Finanzierungsgrundlage dramatisch ein.

Große Filmverleiher beispielsweise, die zu unseren treuen Kunden zählen, können unter den jetzigen Umständen nicht mehr für ihre Angebote werben, da keiner weiß, ob und wann die Filme wirklich in die Kinos kommen werden. Weihnachtsmärkte und weihnachtliche Theateraufführungen, die für Familien ein beliebtes Freizeitevent darstellen und daher besonders bei uns beworben werden, fallen fast alle aus.

Viele unserer Werbepartner wie Freizeiteinrichtungen und -parks, Ausflugsziele, Fitnessklubs, Theater, Museen, Messen, Restaurants, Kinos usw. mussten schließen und können ihre Angebote nicht mehr bewerben.

Der erste Lockdown im Frühjahr hat schon viele Verlage hart getroffen. Eine Vielzahl der Magazine konnte nicht erscheinen, andere mussten einen großen Teil ihrer bereits gedruckten Auflage vernichten, da es keine Möglichkeit mehr gab, diese in Kindergärten und Schulen zu verteilen.

Viele unserer meist inhabergeführten Verlage haben in den letzten Jahren trotz Finanzkrise und zunehmender digitaler Konkurrenz schon eine bemerkenswerte Resilienz bewiesen und sich immer wieder neu ausgerichtet und mit viel Geschick ihre Marktposition auch gegen große Verlagsgruppen behauptet.

Maßnahmen wie Kurzarbeit, Überbrückungsgeld oder Soforthilfe haben in den vergangenen Monaten einigen von uns geholfen und wurden sehr begrüßt. Doch die aktuelle Situation ist für uns alle extrem existenzbedrohend. Erfahrungsgemäß erwirtschaften auch wir einen Großteil unserer Umsätze in der Vorweihnachtszeit und bilden so die Rücklagen für den eher umsatzschwachen Jahresanfang. Das wir uns 2020 nicht gelingen.

Daher unser Appell an Sie: Helfen Sie uns, diese schwere Zeit zu überstehen.

In Ihrer Presseerklärung vom 29. Oktober erwähnten Sie, dass überprüft werden soll, wer noch durch die erneuten Maßnahmen unmittelbar stark betroffen ist und durch die November-Nothilfen unterstützt werden muss.

In der Tat ist es so, dass alle unsere Verlage durch die aktuellen Schließungen indirekt aber doch unmittelbar betroffen sind und in ihrer Existenz stark gefährdet sind.

Auch wenn wir unsere Betriebe nicht aufgrund von Verordnungen schließen müssen und keine Kulturschaffenden oder Solo-Selbstständigen sind, betreffen uns die aktuellen Maßnahmen ebenso dramatisch.

Ohne eine schnelle und umfangreiche Unterstützung werden die meisten Familien- und Stadtmagazine diese Situation nicht überleben und die Presselandschaft bald um viele spannende und engagiert gemachte Publikationen ärmer sein.

 

Mit besten Grüßen,

Franz Schmitt,
Familienmagazin Clicclac, Braunschweig,

 

 

Im Auftrag für die im folgenden genannten Magazine:

Bambolino, Bamberg
Bangerang, Hamburg
Elma, Nürnberg
Findefuchs, Freiburg/Südbaden
Fratz, Darmstadt
Hannover Kids, Hannover
Känguru, Köln/Bonn
Karlsruher Kind, Karlsruhe
Kiek Mal, Berlin
Kind & Kegel, Dresden + Sachsen
Kinderei, Rotenburg/Wümme
Kinderkram, Kiel
Kinderzeit, Bremen
King Kalli, Aachen
Kitz, Metropolregion München
Klecks, Emsland und Osnabrück
Kuckuck, Mainz/Wiesbaden und Frankfurt
Lausebande, Cottbus
Libelle, Düsseldorf
Luftballon, Stuttgart
Lüttbecker, Lübeck
Mamamia, Würzburg
Mami, Papi & ich, Aschaffenburg
Milkids, Bielefeld
Ottokar, Magdeburg
PotsKids, Potsdam
Ruhrpottkids, Ruhrgebiet

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