Welterbe zum Anfassen – Besucherzentrum eröffnet

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Welterbezentrum Bamberg – Patricia Alberth er... - © Welterbezentrum Ba...
Welterbe zum Anfassen – Besucherzentrum eröffnet

Seit Ende April ist Bamberg um eine Kultureinrichtung reicher: Mitten in der Regnitz hat das Welterbe-Besucherzentrum eröffnet. „Es vermittelt auf spielerische Weise Bambergs außergewöhnlichen universellen Wert“, betont Patricia Alberth, seit Herbst 2013 Leiterin von Bambergs Welterbezentrum. Die rund 220 Quadratmeter große Ausstellung um die drei historischen Siedlungsgebiete Berg-, Insel- und Gärtnerstadt verzichtet im Gegensatz zu einem klassischen Museum weitgehend auf Originalexponate. Vielmehr soll die Ausstellung auf den Stadtraum verweisen und als „Lesehilfe“ für die historischen Plätze und Gebäude dienen, denen wir alltäglich in Bamberg begegnen.

Warum ist die Vermittlung der Welterbe-Idee so wichtig?

Laut Konvention sind wir verpflichtet, die Weitergabe unseres Welterbes an künftige Generationen sicherzustellen. Dafür benötigen wir Menschen, die die Grundidee dahinter verstehen und sich dafür begeistern. Welterbe ist in den seltensten Fällen selbsterklärend. Um es zu entschlüsseln, benötigen wir zeitgemäße Vermittlungsansätze.

Das neue Welterbezentrum bietet einige Erlebnisstationen für Kinder. Was kommt besonders gut an bei den Familien?

Entsprechend der UNESCO-Empfehlungen sprechen wir unterschiedliche Alters- und Interessensgruppen an: Eltern können sich eine Animation zur Barockisierung der Stadt ansehen, während die Kinder Heinrich und Kunigunde an einer Hörstation lauschen. Es gibt  versteckte Schubladen mit Hinweisen zum immateriellen Kulturerbe zu entdecken und ein Bergstadtmöbel zum Klettern gehen. Besonders beliebt ist bei Kindern das digitale Zwiebelbeet.

Wie können Eltern Bamberg als historische Stadt für Kinder spannend erlebbar machen?

Kinder haben ein großes Interesse an ihrer Umwelt. In Bambergs Altstadt ist unheimlich viel Wissen darüber verschlüsselt, wie die Menschen früher gelebt und gearbeitet haben. Dieses Wissen gilt es altersgerecht zu vermitteln. Das Tolle in Bamberg ist ja, dass wir hier Anschauungsmaterial zum Anfassen haben. Was in unserer Ausstellung immer wieder für offene Münder sorgt, sind beispielsweise die dicken Gründungspfähle, die bei den archäologischen Arbeiten auf den Unteren Mühlen zum Vorschein gekommen sind und die davon erzählen, wie man früher trotz der Lage am Wasser ein tragfähiges Fundament für die Mühlen schaffen konnte.

Ist das Besucherzentrum auch eine mögliche Anlaufstelle für Schulen?

Über unsere Vermittlungsarbeit möchten wir Lehrkräfte und Schüler*innen für das kulturelle Erbe, das uns tagtäglich umgibt, sensibilisieren. Angesichts von komplexen globalen Zusammenhängen fördert dies kritisches und vernetztes Denken, das unabdingbar ist, um den Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen und die Zukunft umsichtig zu gestalten. Wir wollen ihnen ihre Verantwortung bewusst machen und sie ermutigen, sich aktiv in die öffentliche Debatte zum Umgang mit unserem Erbe einzubringen. Dabei gehen wir auch unkonventionelle Wege, um zu zeigen, dass auch Dinge, die Hunderte von Jahren alt sind, für uns heute noch relevant sind. Deswegen bieten wir auch Führungen für Schulklassen an. Lehrende können zudem die Unterrichtssammlung bamberg.elementar auf unserer Website www.welterbe.bamberg.de/de/lernort nutzen.

Haben Sie schon einen Lieblingsplatz im neuen Welterbezentrum?

Zur Ausstellung gehören auch zwei Terrassen mit Sitzgelegenheiten und Blumenkästen, die uns Bamberger Gärtnereien bepflanzt haben. Vom Wasser umspült kann man sich dort wunderbar aufhalten und die Aussicht genießen.


Das neue Haus an der Unteren Mühlbrücke 5 ist – bei freiem Eintritt – täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet (im Winter verkürzte Öffnungszeiten). Gruppenführungen können kostenpflichtig gebucht werden. www.welterbe.bamberg.de

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